SV W/B Allianz Leipzig - Abteilung Schach

Unerwartet hoher Sieg gegen SG Leipzig

In den Runden 3 und 4 am 5./6.Dezember 2015 hatten wir recht mühelos gewonnen. Zuerst besiegten wir am Samstag den SC Leipzig-Lindenau 5:1, dann am Sonntag die SG Löberitz 6:0. Letzteres war etwas unerwartet, aber Löberitz hatte wohl Personalprobleme. So verzichtete man auf die bisherige Punktegarantin WGM Dana Reizniece-Ozola und auf Elina Otikova, und auch die insgeheim von uns gefürchtete Geheimfavoritin WGM Anita Gara. Stattdessen kam an Brett 6 die jüngste Teilnehmerin der Frauenbundesliga, die erst 6jährige Clara Schuster, zum Einsatz. Sie war allerdings doch noch reichlich überfordert.

Am spannendsten verlief an diesem Wochenende die Begegnung SG Leipzig gegen SC Leipzig-Lindenau. Dort sah es zwischenzeitlich nach einem Sieg für die Lindenauerinnen aus! Beim Stand von 1,5:1,5 erbeutete Hannelore Neumeyer gegen WIM Martina Beltz die Dame gegen Turm und Springer und stand damit klar auf Gewinn. An Brett 1 stand Nicole Lorenz gegen WFM Franziska Beltz besser, während Miriam Weimert gegen Carmen Beltz bereits ein gewonnenes Endspiel hatte. Bei Miriam dauerte es auch nicht mehr lange und sie hatte den Sieg in der Tasche - 2,5:1,5 für Lindenau. Franziska verteidigte sich jedoch zäh gegen Nicole, und Hannelore hatte wohl nicht den richtigen Gewinnplan. Wir hatten es fast vorausgesehen - sie hatte einen Aussetzer und lieferte die Dame wieder ab! Damit gewann Martina doch noch und Franziska machte mit ihrem Remis den Sieg 3,5:2,5 komplett. Damit führte SG Leipzig weiterhin die Tabelle mit 8:0 Punkten an, während wir mit 6:2 Punkten hinter Harksheide auf Platz 3 lagen. Harksheide hatte mit einem 3:3 gegen Rotation Berlin und einem Sieg (4:2) gegen USV Potsdam überrascht.

Nun stand also am Sonntag, den 10.1.2016, in Leipzig der wohl vorentscheidende Kampf um den Aufstieg an! Gastgeber waren wir und so erwarteten wir die Gegnerinnen in Leipzig-Grünau. Wir waren optimistisch, den Kampf zu gewinnen, aber leicht würde es sicher nicht werden.

Wir bereiteten uns natürlich bestmöglich vor und stellten die bestmögliche Mannschaft auf. Sogar Joanna nahm die weite Reise auf sich, ein Coup, der die Gegner doch etwas überraschen sollte. Durch unsere drei Neulinge Angelika, Katrin und Katja sind wir darüberhinaus auch etwas unberechenbarer geworden. Aber auch die Gegnerinnen warfen ihr bestes Aufgebot in die Waagschale. Erstmals spielte die an Brett 1 gesetzte Sandra Ulms mit.

Diesmal lief es einfach gut für uns. Karina und Joanna konnten ihre Gegnerinnen (Sandra Ulms und Julia Halas) überraschen und so stand es bald 2:0 für uns. Auch bei Petra, Angelika und Katrin sah es recht gut aus. Lediglich ich an Brett 6 hatte mich mit weiß in der Eröffnung gegen Carmen Beltz auf's Glatteis führen lassen und einen Bauern geopfert. Dies war jedoch etwas zu optimistisch gewesen, wie ich alsbald erkennen musste. Die besten Chancen schien ein Springeropfer auf e6 zu bieten, zumal ihr König noch in der Mitte herumstand. Ich bekam auch einen ordentlichen Angriff, dem Carmen nur durch ein Dauerschach hätte entkommen können, wenn ich in dieser Stellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tc1+ gezogen hätte (25. Tc1+ Kd6 26. T:b7 Sf2+ 27. Kg1 Sh3+ 28.Kh1 Sf2+ =).

Bei knapper Zeit entschied ich mich aber für 25.Dc2+ ? und nach 25... Sc5 26. D:h7 Rxf7 27. D:f7 Th8 usw. nahm das Unheil seinen Lauf. Stand also 2:1.

Petra konnte ihren Mehrbauern gegen WFM Franziska Beltz verwerten. Angelika setzte ihre Gegnerin, WIM Martina Beltz, ordentlich unter Druck. Diese opferte einen Turm, um ein Dauerschach zu erzwingen. Angelika ließ sich aber davon nicht beirren, sondern drohte Matt, was ihre Gegnerin zum Damenrückzug zwang. Damit konnte nun der Turm ohne Dauerschach-Drohung verspeist werden. Zwar musste Angelika dafür den Springer abgeben, aber mit der Qualität mehr konnte sie den Sieg mühelos einfahren. Einigermaßen remisverdächtig sah es nun bei Katrin gegen WFM Anet Gempe aus. Katrin hatte zwar im Turmendspiel einen Mehrbauern, aber bei zäher Verteidigung schien es schwierig, diesen zu verwerten. Allerdings kostete die richtige Verteidigung doch einige Überlegung, so dass Anet die Zeit überschritt.

Also lautete das in dieser Deutlichkeit doch etwas überraschende Ergebnis: 5:1 für uns!! Damit liegen wir nun bei gleicher Anzahl von Mannschaftspunkten mit 2,5 Brettpunkten vor SG Leipzig auf Platz 2.

Auf Platz 1 hält sich durch den Sieg (4,5:1,5) gegen den Hamburger SK 2 weiterhin TuRa Harksheide, die bisher eine überraschend starke Saison gespielt haben. In den letzten beiden Runden müssen sie aber noch die Klingen mit beiden Leipziger Mannschaften kreuzen.

Es wird also am 27./28.2.2016 in Hamburg ein spannendes Finale um den Aufstieg geben, wenn die drei Tabellenersten aufeinander treffen! Auch die Hamburger Gastgeberinnen, die gegenwärtig mit 0:10 Punkten das Tabellenende bilden, könnten noch ein Wörtchen mitreden wollen. Durch einen Sieg gegen uns und/oder SG Leipzig könnten sie eventuell doch noch dem Abstieg entrinnen. Und auch Rotation Berlin liegt noch in Lauerstellung, sollten Harksheide oder Hamburg Punkte gegen die Leipzigerinnen holen.

alle Ergebnisse hier:

http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/?staffel=925&r=

 

  

Angelika entwirft einen Platz                                                                Karina (links) ist schon auf der Siegstraße

Dr. Gottfried Braun sieht wohl schon schwarz für Julia Halas (schwarz) gegen Joanna, die dann auch schnell siegte

 

Saisonauftakt in Berlin

Nachdem wir uns in der letzten Saison (vorerst) aus der 1. Frauenbundesliga verabschieden mussten, spielen wir nun in der Staffel Ost der 2. Frauenbundesliga. Natürlich wollen wir wieder zurück in die 1. - aber auch die Konkurrenz möchte das wohl gerne! Neben unserem Mit-Absteiger, der Schachgemeinschaft Leipzig, und uns zählen die Frauen von Rotation Berlin-Pankow zu den Favoriten der Staffel.

Gleich in der ersten Runde am 26.9.2015 sollten wir in Berlin auf die Berlinerinnen treffen.

Wir machten uns voll motiviert, gut vorbereitet und mit unseren 3 neuen Spielerinnen - WFM Katrin Dämering und Katja Amann (beide Gastspielerinnen vom TSV Markkleeberg) sowie Angelika Dziodzio auf den Weg. Ich fühlte mich an Brett 5 gegen WIM Iris Mai zunächst wohl, es kam der erwartete Sizilianer aufs Brett. Als ich jedoch nach einiger Zeit bei den anderen schaute, wurde mein Optimismus bereits gedämpft: Einzig bei Karina sah es gut aus. Bei Petra an Brett 2 gegen WIM Constanze Jahn hatte sich der Springer irgendwie verirrt, und an Brett 6 bei Katja gegen WFM Sylvia Wolf sah es sehr nach Defensive aus. Die anderen Bretter sahen für mich ausgeglichen aus. Gefühlte wenige Sekunden später bereits vernahm ich die Ergebnisse von Petra und Katja: beide verloren, also 0:2. Ich hatte unterdessen 2 gute Züge ausgelassen und stand schon etwas eingeengt. Karina gewann gegen WIM Antje Göhler und Angelika remisierte gegen WIM Brigitte Burchardt. Leider verlor dann auch Katrin gegen WIM Annett Wagner-Michel, und ich verteidigte mein schlechtes Endspiel zwar noch bis zuletzt, aber leider erfolglos.

Also lautete das Ergebnis insgesamt 4.5:1.5 für Berlin.

Sollten wir unsere Aufstiegsträume also gleich nach der ersten Runde begraben müssen? Es sah ganz so aus, denn
wir konnten uns gerade nicht vorstellen, wer nun noch Berlin schlagen könnte, um sie von Platz 1 zu vertreiben. Aber am Sonntag kam die Sensation: Berlin verlor 2:4 gegen SG Leipzig! Und das, obwohl diese auf ihre Ersatzspielerinnen zurückgreifen mussten! Die Berlinerinnen hatten sich wohl doch gegen uns überanstrengt ...
 
Da wir am Sonntag gegen Potsdam dann klar gewonnen (5:1) haben, ist nun wieder alles offen. 

                                     

Am Sonntag hatten wir dann wieder gut lachen - Angelika (links) und Karina (rechts) machten schon mal die 1.5-0.5 Führung klar. Anita (Mitte) konnte einen freien Tag genießen, da wir heute Joker Heike einsetzten.

 

Später nach dem 5:1 konnte auch der Rest der Mannschaft (v.l.n.r.: Heike, Katrin, Anita, Katja, Petra) vor Freude strahlen

 

Alle Ergebnisse: 

http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/?staffel=925&r=2

 

 

Bundesligawochenende in Rodewisch

Unsere letzte Doppelrunde in der 1. Frauenbundesliga führte uns am 24./25.1.2015 nach Rodewisch. Dort erwartete  uns am Sonnabend der Titelverteidiger SC Bad Königshofen mit Deutschlands Nr. 1 Elisabeth Pähtz und weiteren Weltklassespielerinnen (O-Ton Rodewisch: Der Deutsche Meister kommt mit seiner Weltauswahl!). Klarerweise waren wir da die krassen Außenseiter - aber wer weiß ... 
Immerhin hatte unsere Karina (Szczepkowska-Horowska, WGM, Mitglied der polnischen Nationalmannschaft) im letzten Jahr der Elisabeth ein remis abgeknöpft und dank der Widerstandskraft von Petra Schulz haben wir "nur" 5:1 verloren. Am Sonntag sollten wir dann gegen die Gastgeberinnen aus Rodewisch spielen. Gegen letztere konnten wir im vorigen Jahr 3,5:2,5 gewinnen. Da wollten wir doch sehen, ob sich das nicht wiederholen liese! Bad Königshofen hatte trotz der Niederlage gegen den Titelkonkurrenten Baden-Baden noch Chancen auf den 1. Platz (wenn Baden-Baden gegen Schwäbisch Hall verlieren würde, und sie selber gegen letztere gewinnen würden) und es war also zu vermuten, dass sie mit der besten Auswahl anreisen, zumal sie bereits am Freitag noch das Nachholespiel gegen Rodewisch haben würden.

 

Im Zug warfen wir noch letzte Blicke auf unsere Vorbereitungen,

letzte Vorbereitung im Zug

dann erfolgte 14:00 der "Anpfiff" im Rodewischer Rathaussaal.

Und der Deutsche Meister Bad Königshofen hat gezittert! Aber am Ende mussten wir uns doch 4:2 geschlagen geben. Nach ca. 4 Stunden stand es 1,5:1,5 und die noch laufenden Partien an den Brettern 2, 4 und 5 waren ausgeglichen. Wie mir später berichtet wurde (so genau bekam ich das nicht mit, weil ich an Brett 5 mal wieder die mit Abstand längste Partie im Saal gespielt habe), wurden die Bad Königshofener immer nervöser. Sie hatten sich das wohl leichter vorgestellt :-) Naja, erst lies Petra dann den eingeklemmten Läufer ihrer Gegnerin wieder ins Spiel kommen, sodass er dann doch besser war als ihr Springer, bei Heike war es remis und schließlich lies ich mir dann einen Bauern abknöpfen, so dass unsere Gegner wieder aufatmen konnten und schließlich ihren Sieg einfahren. Auch das Nachholespiel gegen Rodewisch (4:2) und gegen SG Leipzig (6:0) haben sie erwartungsgemäß gewonnen. Aber auch Baden-Baden hat zweimal souverän gewonnen und bleibt damit mit 2 Punkten Vorsprung unangefochten an der Tabellenspitze.

Am Sonntag gegen Rodewisch haben wir nach hartem Kampf 4:2 verloren. Während Bad Königshofen und SG Leipzig längst fertig waren, hatte ich diesmal nur die vorletzte Partie (remis :-( , mit einem Mehrbauern wollte ich eigentlich gewinnen, aber "Turmendspiele sind eben immer remis"). Grit wehrte sich noch länger gegen den gegnerischen Freibauern, konnte ihn aber nicht mehr aufhalten. Gepunktet haben halb Karina (remis) am 1.Brett gegen Anastasia Bodnaruk, am 5. Brett ich gegen Martina Korenova und voll am 6. Brett Julia Kirst, die gegen die klar favorisierte Claudia Steinbacher eine grandiose Partie spielte und sich damit an diesem Wochenende den zweiten Punkt sicherte.

Das nächste Mal spielen wir am 28./29.3.2015 bei SG Leipzig gegen Friedberg und Schwäbisch Hall. Wir sind wieder voll motiviert und wollen alle unserer Julia nacheifern!

Anita

 

 

Der ausführliche Bericht von Julia beim Schach-Ticker:

http://www.chess-international.de/Archive/32669

Bericht erste Doppelrunde am 27./28.9.2014 in Leipzig:

http://www.chess-international.de/Archive/28851#more-28851

 

Aufstellung

http://nsv-online.de/ligen/fbl-1415/?mannschaft=3679

 

Alle Ergebnisse der 1. Frauenbundesliga:

 http://nsv-online.de/ligen/fbl-1415/

SV W/B Allianz Leipzig - Abteilung Schach

Nach oben